Wer eine neue Wohnung kauft oder mietet, auf den kommen hohe Kosten zu. Die Provision an den Makler ist eine Zusatzbelastung, die viele Suchende abschreckt. Wann du eine Provision zahlen musst und wie hoch sie sein darf, erfährst du hier.

Wann musst  du eine Provision an den Makler zahlen?

Die Aufgabe des Maklers besteht darin, den Kontakt zwischen Mieter und Vermieter herzustellen und den Weg für einen erfolgreichen Vertragsabschluss zwischen den beiden zu ebnen. Erst wenn ein Miet- oder Kaufvertrag zustande kommt, wird eine Provision an den Makler fällig.

Was dazu wichtig ist:

  • Der Mietvertrag ist nicht gleichzusetzen mit dem Maklervertrag. Ein Maklervertrag klärt das Dienstleistungsverhältnis zwischen dir und dem Immobilienmakler. Der Mietvertrag besteht erst, wenn der Vermieter dein Anbot angenommen hast und du die Wohnung wirklich bekommst. Wichtig für die Provision ist der Mietvertrag.
  • Ein Mietvertrag kann auch schon gültig sein, bevor du das entsprechende Dokument unterschreibst. Sobald der Vermieter einwilligt, das Mietverhältnis unter den Bedingungen in deinem Anbot anzunehmen, gilt das als Mietvertrag.

Wie hoch darf die Provision maximal sein?

Die Höhe der Provision an den Immobilienmakler kann sich je nach Vertragsart unterschiedlich gestalten. Wichtig dabei ist die Vertragsdauer und das Verhältnis des Maklers zum Vermieter.

Provision bei Mietverträgen für Wohnungen oder Einfamilienhäuser:

  • Für länger als drei Jahre oder unbefristet Im Regelfall maximal zwei Monatsmieten. Wenn der Makler gleichzeitig der Verwalter des Mietobjektes ist und den Mieter darüber informiert hat: maximal eine Monatsmiete.
  • Für weniger als drei Jahre Im Regelfall maximal eine Monatsmiete. Wenn der Makler gleichzeitig der Verwalter des Mietobjektes ist und den Mieter darüber informiert hat: maximal eine halbe Monatsmiete.

Provision bei Kaufverträgen:

  • Über einem Betrag von 36.336,42 €: maximal 4% des Kaufpreises
  • Unter einem Betrag von 36.336,42 €: maximal 3% des Kaufpreises

Was dazu wichtig ist:

  • Bei der Berechnung der Provision wird die Monatsmiete, bestehend aus Hauptmietzins + Betriebskosten, herangezogen. Die Umsatzsteuer von 10% wird hier nicht berücksichtigt. Allerdings darf der Makler die 20% Umsatzsteuer, die er dem Provisionsbetrag hinzufügen muss, dem Mieter in Rechnung stellen.
  • Die maximale Provisionshöhe ist in der Immobilienmaklerverordnung festgelegt und ist wie gesagt ein Maximalbetrag. Verhandeln ist also möglich.

Wann musst du keine Provision an den Makler zahlen?

In einigen Fällen bist du dem Makler keine Provision schuldig. Auch wenn du die Wohnung besichtigt hast und der Immobilienmakler dich dazu auffordert, einen Vertrag zu unterschreiben oder eine Provisionsvorauszahlung zu machen: Sei dir deiner Rechte bewusst und lass dich zu nichts drängen.

Was dazu wichtig ist:

  • Du musst keine Provision zahlen, wenn die Immobilie dem Makler selbst gehört oder er dich nicht über ein wirtschaftliches oder familiäres Naheverhältnis zwischen ihm und dem Vermieter aufgeklärt hat.
  • Eine Provision ist erst zu zahlen, wenn ein Miet- oder Kaufvertrag zustande gekommen ist. Bekommst du die Wohnung nicht, musst du auch keine Provision zahlen.
  • Mache niemals Vorauszahlungen an den Makler.
Mehr Infos zu Maklern, Vertragsabschlüssen und Mietrecht findest du laufend auf unserem Blog oder unter diesen Links: Mietvereinigung Arbeiterkammer  Quellen: Arbeiterkammer Wien Mietervereinigung Immobilienmaklerverordnung (RIS) Fotos: istockphoto.com/shironosov Folge uns auf Facebook und erfahre mehr: